WANDERUNGEN NACH MITTLIST MORGETEN

 

Ab Gurnigel untere Gantrischhütte
Gantrischseeli - Chummlihütte - Morgetenpass -
Mittlist Morgeten                                                                                                                                       ca. 2 - 3 Stunden

 

Ab Gurnigel Wasserscheide
Obernünene - Leiterenpass - Morgetenpass -
Mittlist Morgeten                                                                                                                                             ca.  3 - 4 Stunden

 

Ab Weissenburg  Bahnhof  "Via Casea"

Weissenburgbad - Hinteres Bad - Leiternweide - Hängebrücke - Bunschental - Mittlist Morgeten                                                                                  ca.  3 - 4 Stunden
Die "Via Casea" ist ein Wanderweg, der mit Informationstafeln zu den Themen Alpwirtschaft und Bäderkultur beschildert ist, er führt
über die Hängebrücke bis zum Morgetenpass.

 

Ab Stockhorn Chrindi (Mittelstation)
Hinterstockensee - Oberstockensee - Obere Walalp - Kuhlauenen - Schitterwang - Leiterenpass - Morgetenpass - Mittlist Morgeten                  ca. 4 - 5 Stunden

Ab Stockhorn

Stockhorn - Walalpgrat - Möntschelenspitz - Hohmad - Schitterwang - Leiterenpass - Morgetenpass - Mittlist Morgeten                                         ca. 5 - 6 Stunden

Ab Weissenburg Bahnhof
Weissenburgbad - Weissenburgberg - Flühwald - Peret -Talberg - Chessel - Morgetenpass - Mittlist Morgeten                                                            ca. 5 - 6 Stunden

Ab Oberwil Bahnhof
Waldried - Bärglihütte-Äbi - Chüearnischhütte - Chummli - Vorder Rychisalp - Hinter Rychisalp - Hohmad Pt.1870 - Alpiglen (Taleinwärts
Richtung Widdersgrind) - Grenchenpochte - Grenchengalm - Schattigseeli -Sunnige Riprechten - Mittlist Morgeten                                                   ca.6 - 7 Stunden 

Ab Schwarzsee
Berghaus Riggisalp - Salzmatt - Kaisereggpass - Walop – Alp Vortel (auf Grat, ca. 100 m links von  Pt.2053) Abstieg zur Chüearnischhütte -
Traversierung des Schafarnisch - Richtung Falkenfluh - Chummli – Vorder Rychisalp – Hinter Rychisalp                                                                          ca. 6 - 7 Stunden

Hinter Rychisalp - Alphütte Hohmad bei Pt1870. (Ausichtspunkt) -Alpigle - Grenchenpochte - Grenchengalm - Schattigseeli -
Sunnige Riprechten - Mittlist Morgeten                                                                                                                                                                                          ca. 3 - 4 Stunden  

Die Wanderwege ab Kaiseregg sind wenig begangen, dafür ist die Gegend umso urtümlicher und idyllischer. Die Karten 1: 25000
(Blatt 1226 Boltigen und Blatt 1206 Guggisberg) werden für diese Tour unbedingt empfohlen. 
                                                   
Gesamtwanderzeit ca. 9 - 11 Stunden

 

SHARE - WANDER - VALUE

Was hat diese Abwandlung von "Shareholder value" zu bedeuten? Ganz einfach: an Stelle des Aktionär- Wertes tritt der Wert des Wanderns in den Alpen. Sie gehen in die Höhe, ähnlich wie ehemals die Aktienkurse. Sie haben die Möglichkeit, eine längere Wanderung zu machen, sich in Alphütten zu verpflegen und zu übernachten. Und anders als bei den Aktienkursen verlieren Sie nichts wenn's runter-geht, Sie haben etwas gewonnen."Share  - wander -value"  hat das Ziel, das Wandern in den Alpen, als gesunde körperliche Aktivität zu fördern. Bestehende alpwirtschaftliche Infrastrukturen und agrotouristische Angebote zur Beherbergung von Wanderern und Gästen nachhaltig zu nutzen und damit der heute vorwiegend urbanen Bevölkerung ein Teil der noch bestehenden alpinen Agrarkultur vermitteln.  Durch den Aufenthalt in einer einfachen Alphütte als Kontrast zur alltäglichen Wohnsituation, zu den gewohnten Konsum und Einrichtungsstandards Anregungen bieten, die eigenen Ansprüche und den Lebensstil zu hinterfragen.    

Wandern in den Alpen ist eine gesunde körperliche Betätigung an der frischen Luft, ohne sportlichen Leistungsdruck.  Die Stockhornkette, vom Stockhorn bis zum Schwarzsee und das Gantrischgebiet, bieten attraktive Wandermöglichkeiten. Das Wandergebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es verfügt über ein gut ausgebautes Wanderwegnetz mit markanten Aussichtspunkten wie Stockhorn, Gantrisch, Bürglen und die Kaiseregg.  Die Alp Morgeten ist als Verpflegungs- und Übernachtungsort ideal gelegen.

  

 

ROUTE  STOCKHORN - MORGETEN

MEER, MUSCHELN, AMONITEN, KREBSE, STEINE

Die Stockhornkette bildet den nordwestlichsten Rand der Alpen. Allerdings ist sie nicht hier an Ort aus dem Boden gedrückt worden. Die Stockhornkette ist ohne „Wurzeln“ .Sie lag ursprünglich als Boden eines Flachmeeres in der Gegend des Lago Magiore im Tessin. Die Meeresablagerungen der verschiedenen Zeitepochen waren aufeinander geschichtet wie eine Crèmschnitte. Als sich durch den Druck des Afrikanischen Kontinentes gegen Europa, das Alpenmassiv aufzutürmen begann, riss dieses Stück „Klippendecke“ ab und wurde von den entstehenden Alpen gegen Norden geschoben. Wenn eine Crèmschnitte unsorgfältig vom Tessin hierher transportiert wird, geht sie natürlich in Brüche. Die Schichtungen wurden gefaltet, gebrochen, überschoben und aufgestellt. So kommt es, dass man auf relativ kleinem Gebiet Gesteine aus verschiedenen Epochen der Erdgeschichte findet. Vom hinteren Weissenburgbad bis zum Gantrisch sind alle Schichtungen aus dem Dogger, Lias, Trias, Kreide und Jura vertreten. So findet man mit etwas Glück auf Morgeten fossile Muscheln, Amoniten, oder versteinerte Gänge von Maulwurfskrebsen oder Maulwurfsgarnellen und Korallenkalke. Auf der ganzen Wanderung stossen wir auch immer auf grosse Gipsdolinen, die grösste Ansammlung finden wir auf Lochegg.  

 

BLUMEN, GRÄSER, KÄSE

Die Stockhornkette ist botanisch eines der reichsten Gebiete des Berner Oberlandes. Dies rührt von ihrer Lage am Nordrand der Alpen her. Hier fanden zahlreiche Arten eine Zuflucht, als Gletscher und Firnmassen in der Eiszeit ganze Gebirgsmassive überdeckten. Zum Beispiel transportierte der Rohnegletscher Findlinge, die ihm der Allalingletscher aus dem Saastal auflud, das Unterwallis hinab über die Gegend von Montreux bis an den Gurten bei Bern, wo der Rohnegletscher sich mit dem Aaregletscher vereinigte. Interessant ist auch, dass nach dem Rückgang der Gletscher diese Reliktarten hier im Randgebiet blieben und nicht ins Alpeninnere auswanderten. Wer die ganze Flora der Stockhornkette bestimmen will, braucht ein umfassendes Handbuch. Oder wisse Sie, wie Pyrenäen-Steinschmückel, seidiger Spitzkiel, milchweisses Mannsschild oder das graue Hungerblümchen aussehen?  Diese botanische Vielfalt ist natürlich auch bei den Gräsern vorhanden. Eine intensiv genutzte Wiese im Talgebiet weist 3 – 10 verschiedene Gräser auf, an einem artenreichen Standort in der Stockhornkette gedeihen 40 – 60 verschiedene Gräser. Es liegt auf der Hand, dass diese Artenvielfalt einhergeht, mit einer Vielzahl aromatischer Verbindungen und Inhaltsstoffen, was wiederum einen positiven Einfluss auf Milch und Käse hat. Literaturempfehlung: Flora Helvetica oder Berner Flora, beide Wagner und Lauber, Paul Haupt Verlag Bern. www..alporama.ch 

 

HÖHLENBEWOHNER, KELTEN, RÖMER, BURGUNDER, ALEMANNEN

Wenn wir auf unserer Wanderung den Morgetengrat erreichen, sehen wir Richtung Nord - Nordwesten die Hügelzüge des Schwarzenburgerlandes. Verschiedene Ortsnamen weisen darauf hin, dass die Gegend schon in Keltoromanischer Zeit besiedelt war. Der Name „Gurnigel“ zum Beispiel hat sich aus dem lateinischen „corniculum“ entwickelt. Auf der Alp „Chummli“, einige hundert Meter unterhalb des Morgetenpasses, befinden sich Mauerreste eines keltischen Refugiums. Auch Funde von römischen Münzen im Gurnigelbad und auf dem Stockhorn lassen auf einen frühen römischen “Wellness -Tourismus“ schliessen. Auf der Südseite des Morgetengrates liegt die Alp Morgeten in der Gemeinde Oberwil. Der Name Oberwil weist auf den keltischen Ursprung der Ortschaft hin. Die Höhlen „Schnurrenloch und Zwergliloch“ oberhalb des Weilers Bunschen, waren schon in der Altsteinzeit bewohnt

 

DAS BUNSCHENTAL

Als Ausgangspunkt kann das Stockhorn oder die Mittelstation Chrindi gewählt werden. Ab dem Stockhorngipfel führt ein Wanderweg auf der Nordseite des Stockhorns hinab auf den Walalpgrat und einer zur Hinterstockenalp, einer Sennerei mit Restaurant. Ab der Hinterstockenalp führt der Wanderweg am Hinterstockensee vorbei durch einen Bergwald, der auf den ehemals durch den Gletscher glatt geschliffenen und heute verkarsteten Felsen wächst. Es war derselbe Gletscher, der auch die Gipstrichter der beiden Stockenseen mit feinen Sedimenten abgedichtet hat, und ihr Entstehen in dem zerklüfteten Untergrund überhaupt ermöglichte. Nach der Durchquerung des Waldes öffnet sich die Aussicht in das Bunschental, mit den nächstgelegenen, Alpen Unterer- und Ober Walalp. Sowohl der Flurnahmen Walalp, wie auch der Walop unterhalb der Kaiseregg, geben einen Hinweis auf  keltisches Grundeigentum der "Wahlen" der "Welschen"

Es ist schwierig, sich das vor uns liegende Bunschental als ganzjährigen Wohnsitz und die kärglich vorhandene natürlichen Ressourcen als unsere Existenzgrundlage vorzustellen. Um 1850, als der Alpenraum am dichtesten besiedelt war, wurde das Bunschental von bis zu 60 Personen ganzjährig bewohnt! In dieser Zeit war das Bunschental nur über den 1400 m hohen Flühberg zu erreichen. Im Winter war es oft ganz von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung und mit der Emigration  unserer damaligen „Wirtschaftsflüchtlinge“ nach Übersee oder als Käser und Melker nach Osteuropa. 

Von Westen her entwässert der Morgetenbach mit seinem 80m hohen Wasserfall das Tal, von Osten her der Bunschbach. In der Mitte des Tales fliessen sie gemeinsam in einer tiefen Schlucht nach Weissenburg. Im Dreieck dieses Zusammenflusses liegt, oder besser hängt, die „Leiterenweide“. „Nomen est Omen“. Der kürzeste Weg in die „Leiterenweide“ führte ehemals über mehrere Holzleitern aus der Bunschenschlucht  in dieses Heimwesen. Vom Wohnhaus weg führte die kürzeste Verbindung über ein 100  Meter ob der  Schlucht gespanntes Hanfseil Eine Astgabel mit einer eingesetzten Lauffläche aus Eibenholz war das „Fahrwerk", ein  dünnes Hanfseil der Sitz und ein alter Lappen die Bremse. Die innovativen Betreiber des unten in der Schlucht gelegenen Weissenbugbades nutzten diese Art der Fortbewegung schon damals als „Event“ mit der Ankündigung: „Um neun reitet Johann Feuz auf dem Seil“. Heute ist die ungefährliche  Überquerung der Schlucht auf der neuen Hängebrücke möglich.

 In der Blütenzeit der Bäderkultur war das in der Bunschenschlucht gelegene  Weissenburgbad eine Adresse mit Renommee. Die Bourgeoisie Europas und der Schweiz fuhr hier zur Kur. Gurnigelbad, Schwefelbergbad und Weissenburgbad hatten damals etwa den gleichen Stellenwert wie heute die Destinationen Gstaad oder St. Moritz. Diesem Umstand ist auch zu verdanken, dass aus dieser Zeit und aus dieser Gegend viele historische Photodokumente von Wanderphotographen existieren. 

 

DAS SCHWARZENBURGERLAND

Der Grat bildet zugleich die Grenze zwischen den Gemeinde Oberwil und den Gemeinden Guggisberg und Rüschegg. Ab hier beginnt nördlich der Stockhornkette auch siedlungsgeschichtlich eine Kulturgrenze zwischen alemannischen und burgundischen Einflüssen. In frühgermanischer Zeit teilte offenbar ein ausgedehntes Waldgebiet, das vom Gantrisch- Schwarzseegebiet bis nach Bern reichte, das Siedlungsgebiet der Alemannen und Burgunder. Bis ins Jahr 1423 gehörte das Amt Schwarzenburg, damals unter dem Namen „Herrschaft Grasburg“ dem Burgunderherzog Amadeus von Savoyen. Dieser verkaufte es den Städten Bern und Freiburg, welche es bis zum Wiener Kongress 1815 gemeinsam im Fünfjahresturnus verwalteten. Diese Doppelverwaltung, bei der die beiden Besitzer möglichst viel nutzten und nichts investierten, blieb auch für die Bevölkerung nicht ohne Folgen. Im Jahre 1838 waren von 6000 Einwohnern der Gemeinden Guggisberg und Rüschegg beinahe 30 % armengenössig.  

 

ALP MORGETEN

Die Alp Morgeten gehört einer Alpkoorperation. Diese Rechtsform entspricht dem alemannischen Allmendrecht, das sich im 7ten und 8ten Jahrhundert entwickelte.  Die älteste schriftliche Erwähnung ist eine Abschrift aus einem Seybuch, aus dem Jahr 1577. Das älteste datierte Gebäude trägt die Jahrzahl 1646. In diesen Zeiten gab es keine Tierärzte, erkrankte ein Tier, war es eine wirtschaftliche Bedrohung und man musste sich selber helfen. Dazu ein Rezept aus einem „Thier=Arztney= Buch“ aus dem Jahr 1714: „Wann die Kalber schissige sind zu vertreiben/ bohre ein Loch in ein schwarzerlig Holz und thue Salz darein/ und schlag einen Nagel darauf/ lege es in das Feuer/ wann das Holz schier  verbrunnen ist so nimm dann das Salz,/ nimm ein Ei von einer schwarzen Hennen rühr es in besagtes Salz und gib es den Kalbern zu lecken/ das ist oft probiert“. Zur Zeit der intensivsten landwirtschaftlichen Nutzung der Gegend, um 1850, wurde die Alp von über hundert Genossenschaftern genutzt. Oberwil hatte damals 1500 Einwohner, heute sind es noch 980. Die Alpkoorperation Morgeten besitzt heute eine gute Infrastruktur. Sie ist mit einer Güterstrasse erschlossen, hat neuere oder renovierte Alpgebäude und ein Kleinkraftwerk mit einer Wasserversorgung. Auf der Alp werden pro Sommer ca. 9 Tonnen Alpkäse hergestellt.

 

ROUTE SCHWARZSEE - MORGETEN

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Schwarzsee. Der Schwarzsee ist ein grosser Bergsee mit einer Breite von  400 – 500 Metern und einer Länge von 1,5km. Er weist aber lediglich eine Tiefe von ca. 10 Metern auf. Der Schwarzsee war bekannt für seinen Fischreichtum und schon in früheren Zeiten ein Ort für Sommerlustbarkeiten. An schönen Sonntagen trafen sich die Sennen der umliegenden Alpen, tranken Wein für eine Woche und frischten in Faustkämpfen die alten Fehden ihrer Vorfahren auf. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das damalige Badehaus und die Schwefelquelle durch einen Bergsturz verschüttet. Die erste Zufahrtsstrasse baute die Gemeinde Plaffeien, um am untern Seeende den verarbeiteten Gips aus der Gipsmühle abzuführen. Der Lokalname „Gypsara“ ist auf diesen Ursprung zurückzuführen. Mit der Sesselbahn „Schwarzsee - Riggisalp können die ersten 500 Höhenmeter überwunden werden. Ab dem Berghaus Riggisalp führt der Wanderweg über die sanft gelegene Riggisalp, am Riggisalpseelein vorbei, Richtung Salzmatt. Anschliessend steigt der Wanderweg auf dem Nordostgrat über dem Geisalpseelein vorbei, bergauf Richtung Kaisereggpass. Der Namen Kaiseregg hat allerdings nichts mit einem Kaiser zu tun, sondern wurde von „Käseregg“ abgeleitet.

Der Aufstieg vom Kaisereggpass auf die Kaiseregg dauert ca. 2o Minuten und gewährt uns einen Rundblick vom Mont-Blanc über die Waadtländer Alpen bis zur Berner Alpen-Kette. Der Kaisereggpass ist der Übergang in den Talkessel des Walop mit seinen zwei Bergseen und einer reichen Alpenflora. Der Ausgang des Talkessels führt ins Simmental, die Kantonsgrenze Feiburg-Bern, verläuft jedoch quer über das Tal. Die Wanderroute führt längs dem Tal entlang vom Kaisereggpass in Richtung Widdergalm, ca 100m links vom Punkt 2053 steigen wir ab in Richtung „Chüearnisch“. Die Traversierung des Schafarnisch bietet einen luftigen Ausblick auf die Bufalalmend und zu den „Berglihütten“.

Die Alp Chummli wird ebenfalls nur noch mit Schafen genutzt, und man fragt sich unweigerlich, ob es auf der durchwanderten Strecke in 25 Jahren noch Kuhalpen und Sennen geben werde, die Wanderer beherbergenn  oder ob die Globalisierung diesen Teil der alpinen Kultur zum Verschwinden bringt?  Der Talkessel der beiden Rychisalpen ist eine der schönsten Alpen des Simmentals . Ab hier bis zum Stockhorn begegnen wir  in regelmässigen Abständen einem anderen Relikt vergangener Zeiten. Die Stockhornkette war die nördliche Grenze des „Reduits“ und während des zweiten Weltkrieges wurden auf der Strecke Kaiseregg-Stockhorn abertausende Kubikmeter an Stollen, Bunkern und Befestigungsanlagen gebaut. Da für die beauftragten Bauunternehmer zum Teil der Profit vor der Landesverteidigung kam, wurden Zement und Armierung recht sparsam eingesetzt, so dass einige Anlagen zerfielen, ohne dass ein Schuss auf sie abgegeben wurde, was nach Kriegsende zu mehreren Prozessen führte. Von der Alp Hinter Rychisalp führt ein Fussweg auf das Hohmad, eine wilde, wetterexponierte Alp mit einer  herrlichen Aussicht ins  Nieder-  und Obersimmental. Nach einem kurzen Abstieg Richtung  Alpiglen führt der Weg taleinwärts, Richtung Galiten/Widdersgrind beim Punkt 1884 überqueren wir einen keinen Pass und erreichen die Grenchenpochte. Hier  halten wir uns baldmöglichst an die Rechte Talseite und in einem kurzen Aufstieg erreichen wir den Grenchengalmpass mit seiner Spitzhütte. Auf dem Pass werden die nächsten Ziele, Mittlist Morgeten und das Stockhorn, sichtbar.